Abgeschossen oder scharf

  • Moin! Das sind .50 BMG Projektile, beide abgeschossen, sprich nicht mehr scharf. Die schwarze Spitzenfärbung deutet auf Hartkernprojektile hin, sprich das Geschoss hat einen Stahlkern im Inneren. Die blaue Spitzenfärbung... ist etwas pikanter! Da hast du ein Geschoss mit Phosphorkern, sprich Brandmunition, mit nach Hause genommen!
    Am besten beides verbuddeln, das Brandgeschoss kann nämllich immer noch brennen und der Besitz des Hartkerngeschosses ist seit 2017 illegal - auch wenn ich nicht verstehe, warum. Ist ja immerhin abgeschossen und kann durch die eingedrückten Züge des Laufs nicht wiederverwendet werden!


    Immer vorsichtig mit sowas sein!! Die Farbtabelle für Munition sollte jeder Sondengänger grob im Kopf haben! Für alle Munitionsarten ist das zwar nicht möglich, da es auch da Abweichungen geben kann, aber für das hier gängigste Fund-Kaliber (.50 BMG) ist das wirklich ratsam.
    Am besten aber immer direkt die Griffel davon lassen! Wie gesagt - Abweichungen kommen vor!


    https://www.wehrtechnikmuseum.…_Cal_50/farbe_cal_50.html


    Die Farbcodes sind aber nicht für alle Kaliber und Nationen gängig. Was bei den Amis bei schwarzer Spitze Stahlkern ist, ist bei der Wehrmacht Brandsatz und bei der Bundeswehr Leuchtspur, wenn ich mich nicht irre.


    Tschöö und frohe Weihnachten! :thumbup:

  • Hallo Hohenzoller,
    Danke für die prima Erläuterungen. Davon werde ich einiges beherzigen.
    Aber trotzdem bleibt für mich die Frage offen, warum die Munition noch gefährlich ist, wenn sie doch schon verschossen wurde. Bitte nicht übel nehmen, mit Kriegsgerät kenne ich mich aber so gar nicht aus.
    Bei dem Hartkernprojektil kann doch sicher nix mehr passieren? Bei der Phosphormunition kann sich der Inhalt noch entzünden?
    Vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldung und ebenfalls tolle Feiertage wünscht Frasimo

  • Nichts zu danken!
    Das Problem bei dem Brandgeschoss ist, wie du schon richtig vermutet hast, dass es sich noch entzünden kann. Im Normalfall sollte es das nicht, aber wenn der Phosphor nicht korrekt oder gar nicht abgebrannt ist, besteht da nach 70 Jahren im Erdreich doch eine gewisse Gefahr.
    Das Projektil mit dem Hartkern... gesetzlich gesehen schwierig, aber komplett ungefährlich! Frag mich bitte nicht, ob auch abgefeuerte Projektile wie deins darunter fallen! Würde eigentlich keinen Sinn ergeben, aber man weiß ja nie - gerade in unserer Bananenrepublik :thumbup::/


    WaffG Anlage 2, Abschnitt 1, Punkt 1.5.4 sagt dazu:
    Der Umgang mit folgenden Waffen und Munition ist verboten:
    Munition und Geschosse nach Anlage 1 Abschnitt 3 Nummer 1.5 sowie Munition mit Geschossen, die einen Hartkern (mindestens 400 HB 25 – Brinellhärte – bzw. 421 HV – Vickershärte –) enthalten, sowie entsprechende Geschosse, ausgenommen pyrotechnische Munition, die bestimmungsgemäß zur Signalgebung bei der Gefahrenabwehr dient;


    Die Dinger zu behalten ist aber sowieso immer so ne Geschichte. Wie gesagt können die Farbcodes nämlich auch mal fehlerhaft sein, bzw. falsch interpretiert werden.

    Die Farbcodes sind aber nicht für alle Kaliber und Nationen gängig. Was bei den Amis bei schwarzer Spitze Stahlkern ist, ist bei der Wehrmacht Brandsatz und bei der Bundeswehr Leuchtspur, wenn ich mich nicht irre.

    Wenn man ganz auf Nummer sicher gehen will:


    Einfach ALLES, was mit Munition auch nur im entferntesten zu tun hat, liegen lassen!


    Würde ich jedem raten, auch wenn ich mich selbst nicht immer dran halte. Leuchtspur, Stahlkern, usw. lasse ich auch liegen. Projektile wie die 8x57 IS der Wehrmacht nehme ich aber schon mit, solange sie Vollblei sind. Aus den Hülsen und den Projektilen lassen sich immer schöne Dekostücke basteln! :thumbup:


    Sooo, heute Abend kommt der Weihnachtsklaus... mal schauen, was er bringt! ;):D

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